Energieeffizienz = Werterhalt

Energiesparmaßnahmen an Gebäuden sind immer mit Kosten verbunden. Nicht umsonst gibt es im Bausektor jedoch die größten Subventionierungen seitens des Staates. Im Gegensatz zu den Bereichen „Verkehr“ und „Industrie“  kann bei Gebäuden mit relativ geringem Aufwand am meisten Energie eingespart werden. Kaum erstaunlich also, dass der gesetzlich geforderte Mindeststandard  EU-weit bald schon (2020) bei Neubauten auf Passivhausniveau liegen wird.

In den letzten Jahren bekamen wir ein Gefühl dafür, wie sich Energiepreise zukünftig entwickeln könnten (Erdgas: ca. + 50 %  zwischen 2004 und 2014). Wer heute nach gesetzlichem Energiestandard baut, könnte bereits schon bald ein „veraltetes“ Gebäude besitzen, mit steigenden Energiekosten und sinkendem Gegenwert .


Effizient – aber wie ?

Die Haustechnik trägt immer einen gewissen Anteil zur Energieeffizienz bei und muss in das energetische Gesamtkonzept gut eingebunden sein. Da in diesem Bereich jedoch nicht vorhersehbare Entwicklungen stattfinden (Blockheizkraftwerk, Brennstoffzelle, Nahwärme, ...) und haustechnische Anlagen oft nach 20 Jahren bereits ausgetauscht werden, empfehlen wir den Planungsschwerpunkt auf eine optimierte Gebäudehülle zu legen.


Mehr Hülle – weniger Technik

Je weniger Energie durch die Hülle verloren geht (bzw. je mehr gar gewonnen wird), desto weniger spielt die Erzeugung eine Rolle. Im E x t r e m f a l l  wurden schon Einfamilienhäuser mit Passivhausstandard errichtet, die lediglich mit einem Heizlüfter im Bedarfsfall beheizt werden und das warme Wasser von einem Durchlauferhitzer erhalten (Investitionskosten für Heiz- und Warmwassertechnik: ca. 1.500,- Euro).

 

Richtig Dämmen

Da auch die Entwicklung im Bereich besserer Dämmstoffe nicht absehbar ist, sollten heute verfügbare Materialien maßvoll eingesetzt und eine spätere Verbesserung zumindest in die Überlegungen einbezogen werden. So sollten nicht oder schwer zugängliche Außenbauteile (Bodenplatte, Kellerwände) bereits heute mit der bestmöglichen Wärmedämmung geplant werden, da hier später kaum eine wirtschaftliche Optimierung möglich sein wird. Gleiches gilt für Wärmedämmungen, die sich dank einer intelligenten Konstruktion heute schon sehr wirtschaftlich ausführen lassen (z.B. Holzdachstühle mit Zellulosefaserdämmung bis zu 50 cm).


Gestaltung

Dabei sind der äußeren Gestaltung eines Gebäudes kaum Grenzen durch eine optimierte thermische Hülle gesetzt, sofern die Ausbildung der relevanten Details bereits in der Entwurfsphase konsequent zu Ende gedacht wird.


Erfahrungen

Bereits seit Gründung des Büros war die Auseinandersetzung mit energieeffizienten Gebäuden ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Arbeit. In einer Zeit, als das Passivhaus noch exotisch erschien und hier Pionierarbeit geleistet werden musste, fanden bereits „mutige“ Bauherren den Weg zu uns und haben ihre Entscheidung, zukunftstauglich zu bauen, bis heute nicht bereut. Der niedrige, von uns jährlich ausgewertete Energieverbrauch sollte ihnen Recht geben.

 

Zukunft

Das Prinzip des Passivhauses ist nach wie vor aktuell, wird jedoch schon längst weiterentwickelt. Die Möglichkeiten, den Wärmeverlust durch die Gebäudehülle zu minimieren, sind kaum noch zu steigern. Lediglich neue Dämmstoffe und wirtschaftlichere Konstruktionen werden hier noch Verbesserungen bringen. Die nächsten Herausforderungen liegen in der Energiegewinnung durch neue Techniken und optimale Vernetzung der einzelnen Komponenten. Bei gleichzeitigem Senken des Stromverbrauches des Gebäudes werden so nicht nur Nullenergie- sondern vermehrt Plusenergiehäuser entstehen.

 

 

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