Projekt Rollstuhlgerechter Umbau eines Einfamilienhauses bei Reutlingen (B-W)
Fertigstellung 2010
Leistungen Leistungsphasen 1 bis 9 nach HOAI
Maßnahmen Umbau Bade- und Jugendzimmer EG, Anbau mit Personenaufzug, Umstrukturierung des Grundrisses im DG mit neuem Badezimmer

 

Umbau bei „laufendem Betrieb“

Für das nach einem Unfall auf den Rollstuhl angewiesene Kind der Familie sollten durch entsprechende Umbaumaßnahmen möglichst gute Rahmenbedingungen für den Familienalltag geschaffen werden. Wichtig war den Eltern, dem Kind – entsprechend zuvor – die Nutzung aller Bereiche des Hauses mit dem Rollstuhl zu ermöglichen.

In einem ersten Schritt wurde das Jugendzimmer aus dem Dachgeschoss in das ehemalige Elternschlafzimmer im Erdgeschoss verlegt, das nebenan liegende Familienbadezimmer behinderungsgerecht umgebaut und dem Jugendzimmer direkt zugeordnet.

Als geeignetster Standort für den Personenlift stellte sich der Bereich neben dem Hauseingang heraus, der sich an der Längsseite des Hauses befindet. Für die Zugänge im Erdgeschoss und im Keller zum Aufzug waren nur relativ geringe Grundrissänderungen erforderlich. Das Dachgeschoss hingegen musste fast vollständig neu strukturiert werden. So wurde das ursprüngliche Kinderbadezimmer – um die Aufzugerschließung zu ermöglichen – in einen ehemaligen Hobbyraum im selben Geschoss verlegt und wird nun von der restlichen Familie genutzt. Der neue Aufzuganbau wurde in Holzbauweise auf einen im Erdreich gebauten Betonschacht gesetzt, welcher wegen des starken Hangwassers im Untergrund mit wasserundurchlässigem Beton ausgeführt werden musste.

Während der gesamten Umbauphase wohnte die Familie weiterhin im Haus, was für alle Beteiligten nicht nur eine logistische Herausforderung darstellte. Die Ausführung des Anbaus in Holzbauweise half durch die Vorfertigung der Bauteile, den Bauablauf zu beschleunigen.